Görlitz beantwortet Fragen von geflüchteten Jugendlichen

Am 21.10.2015 war DSC-Profi Michael Görlitz zu Gast in der Stadionschule und beantwortete die Fragen von jugendlichen geflüchteten Menschen.

Die Stadionschule ist ein gemeinsames Projekt vom Fan-Projekt Bielefeld e.V. und dem

DSC Arminia Bielefeld. Das Angebot gibt Jugendlichen in Bielefeld die Möglichkeit, Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten und in Bildungsmodulen Themen zu bearbeiten, die der Persönlichkeitsentwicklung dienen.

Bei diesem Durchlauf der Stadionschule waren minderjährige unbegleitete geflüchtete Menschen von Kap 10, der Clearing-Stelle der von Laer Stiftung, zu Gast in der SchücoArena. Die Jungs, die aus den verschiedensten Ländern nach Deutschland gekommen waren, freuten sich sichtlich, einen Profi-Fußballer kennenzulernen. In einem Mix aus Deutsch, Arabisch und Englisch stellten sie ihre Fragen und Michael Görlitz gab bereitwillig Auskunft über das Leben als Profi-Fußballer.

Die Jugendlichen interessierten sich genauso dafür, welches Auto Görlitz fährt und wie schnell er damit fahren kann, wie für sein Familienleben und die Familienplanung. Auch seine Lieblingsmannschaft, seine Hobbys und die richtige Ernährung für einen Profisportler waren Thema. Görlitz beschrieb den Jungs seinen Weg zum Profifußball: „Ich habe in meiner Heimatstadt Nürnberg angefangen Fußball zu spielen und bin dann zum FC Bayern München gegangen. Der Verein hat damals Wert darauf gelegt, dass ich die Schule abschließe und auch meinen Eltern und mir war das wichtig. Danach habe ich mich dann voll auf Fußball konzentriert.“ Eine abgeschlossene Schulausbildung sei wichtig, falls es mit dem Fußball später doch nicht klappen sollte oder man aufgrund von Verletzungen später nicht mehr spielen könne. Auch viel Disziplin sei notwendig: Wenn man am Wochenende spielt, könne man abends nicht mehr einfach ausgehen.

Gefragt, mit welchen Fußballern er gerne mal zusammen spielen würde, sagte Görlitz: „Mal mit Messi oder Cristiano Ronaldo zu trainieren, wäre sehr cool. Das sind die besten Fußballer der Welt und es wäre mal interessant zu sehen, wie ihr Tagesablauf aussieht und wie sie trainieren, um so gut zu werden.“ Nicht festlegen wollte er sich dagegen bei der Frage, bei welchem Verein es am meisten Spaß gemacht habe zu spielen. „Beim FC Bayern war immer viel Drumherum, die Zeit in Schweden war toll, weil wir sehr erfolgreich waren. Und hier in Bielefeld gibt es die tollen Fans“, antwortete Görlitz solidarisch.

Görlitz hob die positiven Seiten des Fußballs ebenso hervor wie negative Aspekte. „Im Fußball ist es oft wie in einer Familie. Vor allem auch, wenn du in eine neue Mannschaft kommst, weil alle im Grunde dieselbe Sprache – die Fußballsprache – sprechen.“ Und auch wenn es als Kind schon sein Traum gewesen sei, Profifußballer zu werden und er sein Hobby zum Beruf gemacht habe, sehe er auch die andere Seite. „Man steht oft in der Zeitung, das ist nicht immer nur positiv.“ Wichtiger als der Fußball noch sei ihm deswegen die Familie. „Wenn du privat unglücklich bist, kannst du nicht gut Fußball spielen.“

Nach der ausgiebigen Fragerunde konnten die Jugendlichen noch Fotos mit Michael Görlitz machen und bekamen Autogramme.